Im Bereich der Bautechnik und insbesondere bei bestimmten Hebe- und Spannsystemen sind Litzen Elemente eines aus mehreren feinen Drähten zusammengedrehten Drahtstrangs. Diese feindrähtige Struktur verleiht dem Seil eine hohe Flexibilität bei gleichzeitig großer Zugfestigkeit. Typischerweise besteht ein Litzenseil aus gleichmäßig verdrillten Einzeldrähten aus Stahl, Kupfer oder anderen Metallen, je nach Anwendungsbereich.
In der Praxis findet man Litzen unter anderem in Drahtseilen von Seilwinden, in elektrischen Leitungen oder als Spannlitzen im Spannbetonbau. Bei Flurfördertechnik und Baumaschinen sorgen Litzen beispielsweise in Steuerleitungen oder bei sensiblen Sensorverbindungen für eine sichere, biegefähige Strom- oder Signalübertragung.
Der Begriff „Litzen“ wird häufig auch synonym für Seilelemente verwendet, wobei im technischen Sprachgebrauch eine klare Unterscheidung zwischen einer einzelnen Litze und dem vollständigen Seil sinnvoll ist. In der elektrischen Verbindungstechnik bezeichnet eine Litze speziell einen hochflexiblen Leiter aus Kupferdrähten, der oft in Maschinensteuerungen oder beweglichen Komponenten verbaut wird. Unabhängig vom Einsatzgebiet ist die Litze aufgrund ihrer Kombination aus Belastbarkeit und Flexibilität ein zentrales Bauelement in vielen technischen Anwendungen der Bau- und Fördertechnik.