Kohäsion bezeichnet die innere Zusammenhaltkraft zwischen Partikeln eines Materials, die durch molekulare Anziehungskräfte entsteht. In der Bodenmechanik beschreibt sie die Fähigkeit der Bodenpartikel, ohne äußere Einwirkung aneinanderzuhaften. Besonders bindige Böden wie Ton oder Lehm weisen eine hohe Kohäsion auf, da ihre feinen Partikel Wasser speichern und durch elektrostatische Kräfte verbunden bleiben. Nichtbindige Böden wie Sand oder Kies besitzen hingegen eine geringe oder keine Kohäsion, da ihre groben Körner kaum Haftkräfte entwickeln. Dadurch sind sie rieselfähig und weniger formstabil, was beispielsweise im Bauwesen eine besondere Verdichtung erfordert, um Tragfähigkeit zu gewährleisten.
Die Kohäsion spielt eine entscheidende Rolle bei der Stabilität von Böschungen, Baugruben oder Fundamenten. Hohe Kohäsion verhindert ein Abrutschen von Bodenmassen, kann aber in Kombination mit Wasser zu Schrumpf- oder Quellverhalten führen, was Setzungen oder Rissbildungen in Bauwerken verursacht. Bautechnisch kann die Kohäsion durch Zuschlagstoffe oder chemische Bodenstabilisierungen gezielt verändert werden, um die gewünschten Eigenschaften für Tragfähigkeit, Erosionsschutz oder Verdichtung zu erreichen.